Ich habe jetzt zwei neue Hobbies, Touristenhelfen und Schachspielen. Und das kommt so:
Die Natur meiner Arbeit bedingt es, daß ich immer wieder einige Tage in den großen Städten (wenn man sie denn als groß bezeichnen kann) der Insel verbringe, und dort trifft man, sei es in Hotels oder am Flughafen, natürlich immer mal wieder Ausländer. Da es in Flores jetzt nicht so viele Ausländer gibt, seien es Touristen oder Expatriates, ist natürlich die Hemmschwelle viel niedriger, diese dann auch mal anzusprechen.
- einer französischen Familie beim Hotelfinden und Kleiderkauf, als die Fluglinie unsere Koffer verloren hatte. Die kamen zwar am nächsten Tag, aber für die Familie hieß es, daß sie ihre Reisepläne umstrukturieren mußten.
- einem niederländischen Ehepaar beim Vorbestellen eines Fischgerichtes im Hotel. Da ich selbst aus war, habe ich nie erfahren, ob es geklappt hat.
- mit einer australischen Touristin das Taxi vom Flughafen geteilt und ihr beim Einchecken ins Hotel geholfen.
- diversen Leuten habe ich schon meinen Computer inkl. Internetverbindung ausgeliehen…
Es erstaunt mich immer wieder, wie Touristen mit sehr bescheidenen Indonesischkenntnisse in ein Gebiet reisen, wo die meisten Leute kaum Englisch können. Das ist dann wirklich noch Abenteuerurlaub…. Um Mißverständnissen vorzubeugen, die Leute hier sind wirklich sehr nett und hilfsbereit, aber viele Informationen bzgl. Transportmöglichkeiten und Geschäften usw. müssen durch intensives Befragen in Erfahrung gebracht werden, denn es liegen im allgemeinen keine Routenpläne, Fahrpläne, Stadtpläne oder sonstwelche Pläne aus.
Eine erfreuliche Nebenwirkung dieses Hobbys ist es, auch auf Leute zu treffen, die auf längere Zeit hier sind. Mit denen kann man dann die mühsam erfragten Informationen austauschen bzw. diese auf Richtigkeit/Aktualität überprüfen. Und es ist immer hilfreich, Leute in ähnlicher Lage in der Nähe zu wissen.. (Häufig ist es kein Zufall, solche Leute zu treffen, denn den Einheimischen sind die wenigen Ausländer, die langfristig hier leben, oft bekannt, und man wird zielsicher zu ihnen gelotst; einen Japaner habe ich getroffen, als sich der Fahrer unsicher war, wo das Haus einer Deutschen war. Es stellte sich heraus, daß die besagte Straße nicht nur einen, sondern gleich zwei Ausländer beheimatet!!)
Das zweite Hobby ist Schachspielen. Wieso dieses? In dem ländlichen Gebiet, in dem ich ansonsten hauptsächlich tätig bin, haben viele Leute ein ausgeprägtes Interesse am Schachspielen, und da kommt es natürlich immer wieder dazu, daß ich zu einer Partie aufgefordert werde. Ich hatte schon sehr lange kein Schach gespielt, und schätze mich auch nicht als besonders guten Spieler ein, aber es macht schon Spaß, das jetzt hin und wieder mal zu tun. Eine Amerikanerin, die ich beim oben erwähnten ersten Hobby getroffen habe und die in zwei Gebieten östlich und südlich von meinem in einem Projekt tätig ist, meinte auch, daß in dem einen Gebiet östlich von mir auch das Schachspielen populär sei, während es im Gebiet südlich von mir nicht so sehr der Fall sei. Interessant, man sollte eine Karte von Flores erstellen nach dem Kriterium, in welchen Dörfern das Schachspielen populär ist.
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