Presseschau anhand der Flores Pos der letzten Woche
Im folgenden Nachrichten der letzten Woche aus den verschiedenen Regierungsbezirken, von West nach Ost
Manggarai Barat
Etwa 20 Haushalte aus Labuan Bajo haben illegal Zuflucht auf der Insel Bajo gesucht, nachdem sie von ihrem Vermieter aufgefordert wurden, ihren bisherigen Grund und Boden in Labuan Bajo zu verlassen, da er seinen Besitz an einen neuen Eigentümer veräußert habe. (15.9. 2008)
Manggarai
In Ruteng wurde der Prozeß gegen die Frau des Bezirksparlaments Manggarai aus Krankheitsgründen verschoben. Sie steht vor Gericht unter dem Vorwurf des illegalen Holzeinschlags (illegal logging). (16.9.2008)
Manggarai Timur
Im jüngsten Regierungsbezirk der Insel laufen die Vorbereitungen für die erstmalige Wahl des Regierungspräsidenten auf vollen Touren. Die Wahlen, die für den 30. Oktober angesetzt sind, haben bisher sieben Kandidatenteams (genannt “paket”) angezogen. Die Zeitung berichtete fast jeden Tag darüber, ich werde hier auf Details verzichten.
Ngada
In Bajawa wurde eine Frau für den Totschlag an ihrem Mann zu nur 4 Jahren Haft verurteilt, da sie nicht beabsichtigt hätte, ihn umzubringen. Dem Zeitungsbericht zufolge hatte sie aus Ärger über die katastrophale wirtschaftliche Lage des Haushaltes auf ihren schlafenden Mann mit einen Hocker eingeprügelt. Als weitere mildernde Umstände wurden angeführt, daß sie für ein Kleinkind zu sorgen habe, bisher noch nie straffällig geworden sei, und gutes und höfliches Auftreten während der Verhandlung an den Tag gelegt habe. (13. 9. 2008)
Nagekeo
Auch für Nagekeo, dem zweitjüngsten Regierungsbezirk der Insel, der gerade seine Wahlen zum Regierungspräsidenten hinter sich gebracht hat, scheint sich die Verselbständigung gelohnt zu haben. Laut einem Bericht der Bezirksregierung hat werden für das Jahr 2008 für 94 Projekte insgesamt 37,6 Milliarden Rupien (ca. 2,72 Millionen Euro) veranschlagt. Dies floß in verschiedene Projekte zum Neubau, Ausbau und Wiederbau von Straßen und Brücken, Drainage- und Irrigationssystemen, Wohnungsbau usw. Nicht alle sind jedoch zufrieden, so werden von einigen Unternehmern Ungerechtigkeiten im Ausschreibungsprozeß beklagt, u.a. auch, daß 80% der Aufträge an Unternehmen außerhalb von Nagekeo gegangen seien (wobei sich so etwas bei gerade neu geschaffenen Regierungsbezirken, die sich ihre Infrastruktur noch schaffen müssen, wohl nicht vermeiden läßt). (18. 9. 2008)
Ende
In Ende wurde für Freitag das Urteil in einem Prozeß wegen Kindesmißbrauch erwartet. Ich habe hier einen Zeitungsbericht von heute über das Urteil. Demnach wurde der Mann, der bis zuletzt seine Unschuld beteuerte, zu sieben Jahren Haft verurteilt. Seine Ehefrau indes beklagt sich in der Presse, daß sie ohne ihren Mann kaum für vier schulpflichtige Kinder sorgen könne und beschwert sich über die NGO, die den Prozeß ins Rollen gebracht habe, ohne sich um die Konsequenzen zu kümmern. (19. 9. 2008)
Sikka
Für den Vulkan Egon, der ja gerade im April ausgebrochen war, kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Seit letzter Woche zeigt der Vulkan wieder eine verstärkte Aktivität, wenngleich auch nur im kleinen Ausmaß. Dazu gehören kleine Eruptionen und weißer Rauch, der bis zu 25 Meter über dem Krater aufsteigt. Die Anwohner indessen nehmen es gelassen und machen keine Anstalten, ihre Feldarbeit zu unterbrechen. (13. 9. 2008)
Flores Timur
Im Unterbezirk Lewolema, nordwestlich von Larantuka, auf der der Flores-See zugewandten Seite, ist seit März 2008 ein neues Gebäude für das örtliche Puskesmas (“Volksgesundheitszentrum”, eine Art Außenstelle des Bezirkskrankenhauses, die es normalerweise in jedem Unterbezirk gibt) fertiggestellt, inkl. zwei Diensthäuser für die (meist von außerhalb abgeordneten) Ärzte und Rettungssänitäter. Allerdings konnte es bis heute nicht bezogen werden, da dem Landbesitzer die versprochenen 15 Millionen Rupien an “Betelnußgeld” (uang sirih pinang) noch nicht bezahlt worden sind. Aus dem Artikel geht nicht im einzelnen hervor, was die genaue Verabredung war, aber es ist in Flores üblich, wenn man Leuten für irgend etwas in ihrer Schuld steht, Geldgeschenke zu überreichen. Und um das ganze etwas abzuschwächen, sagt man dann, das Geld sei dafür, daß sie sich Zigaretten oder Betelnüsse kaufen mögen. Ich nehme an, der Landbesitzer hatte sich Geld von der Regierung für die Nutzungsrechte ausbedungen, interessant, daß man auf eine an und für sich freiwillige Zahlung bestehen kann… (18. 9. 2008)
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